Nach 33 Jahren: Marzahn-Hellersdorf sagt Danke an Frank Holzmann
- MER-Redaktion

- 9. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Marzahn-Hellersdorf - Ein Mann, ein Verein, ein Stück soziale Bezirksgeschichte:
Nach 33 Jahren bei BALL e.V. verabschiedet sich Frank Holzmann in den Ruhestand. 27 Jahre lang stand er als Geschäftsführer an der Spitze des Vereins „Betreuung arbeitsloser Leute und Lebenshilfe“ – und prägte damit eine Arbeit, die für viele Menschen in Marzahn-Hellersdorf weit mehr war als nur ein Projekt.
Aus einer Initiative wurde ein fester Anker im Bezirk
BALL e.V. wurde 1992 aus einer Initiative von Arbeitslosen gegründet. Was klein begann, entwickelte sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem wichtigen Bestandteil der sozialen Infrastruktur in Marzahn-Hellersdorf.
Nach Angaben des Bezirksamts hat der Verein seitdem mehr als 12.000 Menschen in Maßnahmen der Arbeitsmarktintegration begleitet und unterstützt.
Frank Holzmann war fast von Beginn an dabei. 1993 startete er als Sachbearbeiter in der allgemeinen Verwaltung des Vereins. Am 1. Juli 1999 übernahm er die Geschäftsführung. Von da an führte er BALL e.V. durch wechselnde arbeitsmarktpolitische Rahmenbedingungen, neue Förderlogiken und immer wieder neue Herausforderungen.
Hilfe, die nicht bei Zahlen stehen bleibt
Besonders prägend war Holzmanns Blick auf Menschen, die es auf dem Arbeitsmarkt schwer haben. Das Bezirksamt hebt hervor, dass er sich besonders für langfristige Förderung eingesetzt habe – nicht für kurzfristige Einzelmaßnahmen mit ungewissem Ausgang.
Dahinter stand ein klares Verständnis: Langzeitarbeitslosigkeit hat oft nicht nur eine Ursache. Sie kann persönliche, soziale und strukturelle Gründe haben. Deshalb setzte Holzmann auf Begleitung, sinnvolle Aufgaben und nachhaltige Perspektiven.
Menschen sollten nicht nur statistisch „vermittelt“, sondern tatsächlich gestärkt werden.
Genau dieser Ansatz machte BALL e.V. über Jahre zu einem verlässlichen Partner im Bezirk.
Der Verein verbindet soziale Verantwortung, berufliche Qualifizierung und menschliche Nähe. Für viele Betroffene bedeutete das neue Kraft, neues Selbstbewusstsein und die Chance, wieder Schritt für Schritt in Arbeit und Teilhabe zu finden.
Ein verlässlicher Partner für Träger, Politik und Verwaltung
Auch über den Verein hinaus war Frank Holzmann im Bezirk eine feste Größe. Für freie Träger, Verwaltung und Politik galt er als erfahrener Ansprechpartner. Seine Expertise brachte er unter anderem im Beschäftigungsbündnis ein, einem Gremium bezirklicher sozialer Träger und des Bezirksamts.
Damit stand Holzmann auch für eine Form von Sozialarbeit, die im Bezirk lange wirkt: nah an den Menschen, verlässlich in der Struktur und klar im Ziel. Gerade in einem Bezirk, der soziale Fragen ernst nimmt und pragmatische Lösungen braucht, ist diese Kontinuität von besonderer Bedeutung.
Bezirksamt würdigt ein Lebenswerk
Das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf dankt Frank Holzmann für seine langjährige Arbeit, seine Verlässlichkeit, sein Engagement und seine Führung. Mit seinem Abschied endet ein bedeutendes Kapitel in der Geschichte von BALL e.V.
Doch sein Wirken bleibt sichtbar: in den Projekten, in den aufgebauten Strukturen und vor allem in den Lebenswegen der vielen Menschen, die durch BALL e.V. Unterstützung erhalten haben.
Marzahn-Hellersdorf verliert mit Frank Holzmann keinen Namen aus einer Akte, sondern verabschiedet eine Persönlichkeit, die den sozialen Zusammenhalt im Bezirk über Jahrzehnte mitgetragen hat.




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