Berlin baut Schwimmangebote für Kinder aus: So sollen sie früh sicher schwimmen lernen
Berlin - Die Hauptstadt will Kinder deutlich früher und systematischer ans Schwimmen heranführen. Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie baut dafür gemeinsam mit dem organisierten Sport die bestehenden Angebote aus – von der Wassergewöhnung in der Kita über den Schwimmunterricht in der Grundschule bis zu Intensivkursen in den Ferien.
Ziel des neuen berlinweiten Kooperationsprojekts ist es, Kinder über mehrere Jahre beim Schwimmenlernen zu begleiten. Senatorin Katharina Günther-Wünsch stellte die Pläne gemeinsam mit Vertretern des Landessportbunds Berlin, der Berliner Bäder-Betriebe, des Berliner Schwimm-Verbands und der Sportjugend Berlin im Kombibad Seestraße vor.
Vom ersten Wasserkontakt bis zum sicheren Schwimmen
Im Mittelpunkt steht eine möglichst frühe Wassergewöhnung. Bereits Kinder in Kitas sollen an das Element Wasser herangeführt werden. Anschließend sollen die Angebote in der Grundschule fortgesetzt und durch Schwimm-Intensivkurse während der Schulferien ergänzt werden.
Hinzu kommen die bestehenden und weiterzuentwickelnden Schulschwimm-Zentren.
Perspektivisch sollen außerdem sogenannte Talentschwimm-Zentren entstehen. Damit soll nach Angaben der Senatsverwaltung eine durchgehende „Schwimmbiografie“ ermöglicht werden.
Begleitet wird das Konzept durch die neuen Niveaustufen „Seesternchen“. Sie sollen die Fortschritte der Kinder dokumentieren und zusätzliche Motivation schaffen, bevor später die bekannten Schwimmabzeichen Bronze, Silber und Gold erreicht werden.
Pilotprojekt zeigt erste Erfolge
Wie wirkungsvoll ein früher Einstieg sein kann, zeigt nach Angaben der Beteiligten ein Pilotprojekt an der Anna-Lindh-Schule. Dort beginnt die Schwimmausbildung bereits in der ersten Klasse.
Von 81 Kindern in vier ersten Klassen hätten mehr als 80 Prozent mindestens das Schwimmabzeichen „Seepferdchen“ erworben. Qualifizierte Schulschwimmtrainerinnen und -trainer des Berliner Schwimm-Verbands begleiten die Kinder dabei und arbeiten mit Schulen und Lehrkräften zusammen.
Damit soll nicht nur zusätzliche Fachkompetenz direkt am Beckenrand zur Verfügung stehen. Auch eine intensivere und individuellere Betreuung der Kinder soll ermöglicht werden.
Günther-Wünsch: „Jedes Kind muss schwimmen können“
Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch machte deutlich, welchen Stellenwert das Thema für den Senat habe. Schwimmen zu können, könne Leben retten. Deshalb müsse jedes Berliner Kind die Chance erhalten, sicher schwimmen zu lernen.
Die kostenlosen Schwimm-Intensivkurse und der Ausbau der Schulschwimm-Zentren seien wichtige Bausteine dafür. Durch lizenzierte Trainerinnen und Trainer des Berliner Schwimm-Verbands werde zusätzliche fachliche Kompetenz in den Unterricht gebracht.
Langfristig formuliert die Senatorin ein klares Ziel: Die Quote der Nichtschwimmerinnen und Nichtschwimmer soll weiter sinken – möglichst so weit, dass jedes Kind in Berlin schwimmen kann.
Sport und Bäder ziehen gemeinsam an einem Strang
Auch der Landessportbund verweist auf die hohe Nachfrage. Präsident Thomas Härtel erklärte, die Schwimmintensivkurse in den Berliner Schulferien seien regelmäßig ausgebucht. Viele Kinder kehrten anschließend mit einem Schwimmabzeichen zurück in die Schule.
Die Sportjugend Berlin sieht in der Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung, Sportverbänden und Vereinen zugleich ein Beispiel dafür, wie unterschiedliche Partner gemeinsam konkrete Angebote für Kinder schaffen können.
Der Berliner Schwimm-Verband setzt dabei insbesondere auf das Lernen im frühen Alter. Vizepräsident Dr. Markus Kienscherf verwies sowohl auf die Erfahrungen an der Anna-Lindh-Schule als auch auf erste Tests zur Wassergewöhnung in Kitas.
Mehr Sicherheit – und mehr Freude am Wasser
Auch die Berliner Bäder-Betriebe unterstützen das neue Stufenkonzept. Betriebsleiter Ricardo Haas bezeichnete die „Seesternchen“ als sinnvolle Ergänzung zum Seepferdchen.
Die zusätzlichen Niveaustufen sollen Kinder schrittweise auf weitere Schwimmabzeichen vorbereiten und gleichzeitig den Spaß am Schwimmen fördern.
Berlin setzt damit auf eine durchgehende Förderung: vom ersten Kontakt mit dem Wasser in der Kita bis hin zum sicheren Schwimmen und möglicherweise sogar zum späteren Einstieg in den Schwimmsport.





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