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Wärmewende im Kiez: Reinickendorf prüft neue Lösung für Luisenhof

18. Sept.
2 Min. Lesezeit

Reinickendorf - Wie kann ein ganzes Wohnquartier künftig klimafreundlich und möglichst gemeinschaftlich mit Wärme versorgt werden? Genau das lässt das Bezirksamt jetzt für die denkmalgeschützten Siedlungen Luisenhof und Hinter der Dorfaue in Alt-Reinickendorf untersuchen.


Eine Machbarkeitsstudie soll zeigen, welche Lösungen technisch, wirtschaftlich und vor Ort tatsächlich umsetzbar sind.


Ingenieure prüfen Möglichkeiten bis Ende des Jahres

Die Studie läuft seit April 2026 und soll bis Dezember abgeschlossen werden. Nach einer öffentlichen Vergabe wurde die Megawatt Ingenieurgesellschaft mbH mit der Untersuchung beauftragt.


Im Mittelpunkt steht die Frage, ob eine nachbarschaftliche Wärmeversorgung für das Quartier aufgebaut werden könnte und unter welchen Voraussetzungen eine solche Lösung sinnvoll wäre.


Die bezirkliche Klimaleitstelle begleitet nach Angaben des Bezirksamtes bereits seit mehreren Jahren die Anwohnerinitiative „Runder Tisch Energiewende“ in Alt-Reinickendorf. Die Initiative habe sich unter anderem um Fördermöglichkeiten für eine vertiefte Untersuchung bemüht.


EU und Land Berlin finanzieren Untersuchung

Finanziert wird die Machbarkeitsstudie über das Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung 2 (BENE 2). Dafür fließen Mittel aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung sowie vom Land Berlin.


Gerade in bestehenden Wohngebieten gilt die Umstellung der Wärmeversorgung als anspruchsvoll: Gebäude, Eigentumsverhältnisse, vorhandene Heizsysteme und Denkmalschutz können die Möglichkeiten erheblich beeinflussen. Die Studie soll deshalb zunächst klären, welche Varianten für Luisenhof und Hinter der Dorfaue überhaupt infrage kommen.


Anwohner können mitreden

Am 19. September 2026 sollen nun auch die Menschen aus dem Quartier einbezogen werden. Von 11 bis 13.30 Uhr findet im Gemeindehaus Stegeweg, Stegeweg 5–11, 13407 Berlin, eine erste Beteiligungsveranstaltung statt.


Eingeladen sind insbesondere Bewohnerinnen und Bewohner der Siedlungen Luisenhof und Hinter der Dorfaue sowie Unternehmen und Einrichtungen aus dem Gebiet. Auch andere interessierte Bürger können teilnehmen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


Bezirksbürgermeisterin setzt auf Engagement im Kiez

Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner (CDU) hob die Bedeutung des Engagements aus der Nachbarschaft hervor. Für die Umsetzung der Wärmewende brauche Reinickendorf den Zusammenhalt in den Kiezen, erklärte sie.


Sie freue sich, dass mit der Machbarkeitsstudie und der Förderung durch EU und Land Berlin nun eine Grundlage für die weiteren Überlegungen geschaffen worden sei. Zugleich dankte sie der Eigentümerinitiative „Runder Tisch Energiewende“ für deren Einsatz.


Ob am Ende tatsächlich eine gemeinsame Wärmeversorgung für das Quartier entstehen kann, ist damit noch offen. Die laufende Untersuchung soll nun erstmals belastbare Antworten darauf liefern, welche Lösung für die beiden Siedlungen technisch und wirtschaftlich infrage kommen könnte.

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