38 Thesen, 17 Parteien: Berlins Wahl-O-Mat ist jetzt online
Berlin - Seit gestern können Berlinerinnen und Berliner mit wenigen Klicks testen, welche Parteien ihren eigenen politischen Vorstellungen am nächsten stehen: Am Montag, 24. August, ist der Wahl-O-Mat zur Abgeordnetenhauswahl 2026 offiziell online gegangen. Knapp vier Wochen vor dem Urnengang am 20. September bekommt der Berliner Wahlkampf damit ein weiteres wichtiges Informationsangebot.
38 Thesen, 17 Parteien und am Ende ein persönlicher Vergleich: Der Wahl-O-Mat soll vor allem dabei helfen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den politischen Angeboten sichtbar zu machen. Das Angebot ist bis zum Wahltag verfügbar.
Spitzenpolitiker machen den ersten Test
Zum offiziellen Start wurde der neue Berliner Wahl-O-Mat am Montag in der Berliner Landeszentrale für politische Bildung am Ostkreuz vorgestellt. Dort probierten auch Vertreterinnen und Vertreter der derzeit im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien das Angebot aus.
Mit dabei waren Lucas Krieger von der CDU, Steffen Krach von der SPD, Werner Graf von Bündnis 90/Die Grünen, Elif Eralp von der Linken sowie Kristin Brinker von der AfD.
Entwickelt wurde der Berliner Wahl-O-Mat gemeinsam von der Bundeszentrale für politische Bildung und der Berliner Landeszentrale für politische Bildung.
Von Wohnen bis Verkehr: Darum geht es
Die Nutzer arbeiten sich durch insgesamt 38 politische Thesen. Dabei geht es um Themen, die Berlin unmittelbar betreffen – darunter Wohnen, Bildung, Verkehr, Migration, Kultur oder die Sauberkeit der Stadt.
Zu jeder Aussage kann zwischen „stimme zu“, „stimme nicht zu“ und „neutral“ gewählt werden. Eine These kann zudem übersprungen werden. Besonders wichtige Themen lassen sich anschließend stärker gewichten.
Danach gleicht das System die eigenen Antworten mit den Positionen der Parteien ab und zeigt den jeweiligen Grad der Übereinstimmung.
Wichtig dabei: Der Wahl-O-Mat gibt keine Wahlempfehlung ab. Er soll vielmehr sichtbar machen, bei welchen politischen Fragen die eigenen Vorstellungen mit den Antworten einzelner Parteien übereinstimmen – und wo Unterschiede bestehen.
Alle 17 Parteien haben geantwortet
Für den Berliner Wahl-O-Mat wurden alle Parteien eingeladen, die mit einer Landes- oder Bezirksliste zur Abgeordnetenhauswahl antreten. Alle 17 zugelassenen Parteien beteiligten sich und beantworteten die Thesen.
Die Antworten und Begründungen stammen dabei von den Parteien selbst und wurden von diesen autorisiert. Die Wahl-O-Mat-Redaktion interpretiert oder verändert diese Positionen nicht.
Auch beim Datenschutz setzt das Angebot auf Zurückhaltung: Nach Angaben der Bundeszentrale für politische Bildung werden die persönlichen Antworten auf die 38 Thesen nicht gespeichert. Sie dienen ausschließlich dazu, das individuelle Ergebnis zu berechnen.
Wahl-O-Mat millionenfach genutzt
Das Prinzip hat inzwischen eine lange Geschichte. Bereits seit 2002 setzt die Bundeszentrale für politische Bildung den Wahl-O-Mat vor Europa-, Bundestags- und Landtagswahlen ein. Insgesamt wurde das Angebot seitdem mehr als 160 Millionen Mal genutzt.
Auch in Berlin ist es längst etabliert. Zur Abgeordnetenhauswahl 2021 wurde der Wahl-O-Mat mehr als eine Million Mal aufgerufen, bei der Wiederholungswahl 2023 waren es mehr als eine halbe Million Nutzungen.
Für die Wahl 2026 steht das Berliner Angebot nun zum fünften Mal bereit.
Wer selbst testen möchte, welche der 17 Parteien den eigenen Antworten am nächsten kommt, findet den Wahl-O-Mat unter wahl-o-mat.de.





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