Berlin macht Tempo beim Hitzeschutz: Neuer Klima-Beirat startet Ende Juni
- MER-Redaktion

- 25. Juni
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Berlin - Der Senat drückt bei der Klimaanpassung aufs Tempo: Am 30. Juni 2026 kommt der neue Wissenschaftliche Beirat Klimaanpassung zu seiner ersten Sitzung zusammen.
Das Expertengremium soll die Berliner Politik künftig fachlich begleiten und dabei helfen, die Hauptstadt besser auf Hitze, Starkregen, Trockenheit und andere Folgen des Klimawandels vorzubereiten.
Damit setzt der Senat einen weiteren Baustein des Berliner Klimaanpassungsgesetzes um.
Das Ziel ist klar: Berlin soll klimaresilienter werden – also widerstandsfähiger gegen die Veränderungen, die längst in der Stadt spürbar sind.
Gerade in einer dicht bebauten Metropole wie Berlin geht es dabei um weit mehr als abstrakte Klimapolitik. Es geht um kühlere Kieze, widerstandsfähige Infrastruktur, bessere Stadtplanung und den Schutz der Gesundheit.
Wissenschaft soll Politik stärker leiten
Der neue Beirat wurde im Mai vom Senat eingesetzt. Seine Aufgabe: wissenschaftliche Erkenntnisse systematisch in politische Entscheidungen einbringen. Damit sollen Maßnahmen zur Klimaanpassung nicht nur geplant, sondern auch wirksamer überprüft und weiterentwickelt werden.
Staatssekretär Andreas Kraus erklärte, mit der schnellen Konstituierung des Beirats zeige der Senat, dass die Umsetzung des Klimaanpassungsgesetzes mit hoher Priorität vorangetrieben werde. Die Transformation Berlins zu einer klimaresilienten Stadt sei eine Generationenaufgabe. Dafür brauche es eine enge und verlässliche Zusammenarbeit mit der Wissenschaft.
Der Beirat soll den Senat kontinuierlich beraten und fachliche Impulse für eine nachhaltige, widerstandsfähige Stadtentwicklung geben. Zusätzlich soll das Gremium Gutachten zu Maßnahmen und Programmen verfassen, mit denen Berlin auf die Folgen des Klimawandels reagieren will.
Experten aus Planung, Gesundheit und Infrastruktur
Der Wissenschaftliche Beirat ist interdisziplinär besetzt. Vertreten sind unter anderem Fachleute aus Stadtplanung, Klimaforschung, Gesundheitswissenschaften, Landschaftsarchitektur und Infrastruktur.
Zu den Mitgliedern gehört Prof. Dr. Martin Berchtold von der RPTU Kaiserslautern-Landau.
Er forscht an der Schnittstelle von räumlicher Planung und digitalen Methoden und beschäftigt sich unter anderem mit der Visualisierung und dem Monitoring von Klimaanpassungsprozessen.
Prof. Dr.-Ing. Alexander Buttgereit bringt Erfahrung aus Straßenbau, kommunaler Infrastruktur und nachhaltiger Verkehrsentwicklung ein. Seine Arbeit verbindet Digitalisierung mit der Frage, wie Verkehrsinfrastruktur künftig klimagerechter geplant, gebaut und erhalten werden kann.
Mit Prof. Gabriele G. Kiefer ist zudem eine profilierte Landschaftsarchitektin im Beirat vertreten. Sie leitet das Institut für Landschaftsarchitektur an der Technischen Universität Braunschweig und befasst sich seit Jahren mit klimaresilienter Stadtentwicklung.
Dr. Julia Teebken vom Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung in Erkner bringt den Blick auf soziale Gerechtigkeit in der Klimaanpassung ein. Ihre Forschung beschäftigt sich damit, wie soziale Ungleichheiten die Verwundbarkeit gegenüber Klimawandelfolgen beeinflussen.
Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann, Direktorin des Instituts für Umweltmedizin und integrative Gesundheit am Universitätsklinikum Augsburg, ergänzt den Beirat um medizinische und gesundheitspolitische Expertise. Ihr Schwerpunkt liegt auf den gesundheitlichen Folgen von Umweltveränderungen und auf Strategien für Prävention und Klimaresilienz.
Berlin stellt sich für die Zukunft auf
Die Mitglieder des Beirats werden für fünf Jahre ehrenamtlich berufen. Ihre Arbeit soll dazu beitragen, Klimaanpassung in Berlin strategisch, wissenschaftlich fundiert und praxisnah weiterzuentwickeln.
Für die Berlinerinnen und Berliner kann das langfristig konkrete Auswirkungen haben: bessere Vorbereitung auf Hitzeperioden, klügere Stadtplanung, widerstandsfähigere Straßen und Plätze, mehr Schutz für besonders belastete Gruppen und eine Verwaltung, die Klimafolgen stärker in ihre Entscheidungen einbezieht.
Mit dem Start des Beirats macht der Senat deutlich: Klimaanpassung soll nicht auf dem Papier bleiben. Berlin will schneller, gezielter und wissenschaftlich fundiert handeln – damit die Hauptstadt auch unter veränderten klimatischen Bedingungen lebenswert bleibt.




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