Neue Zahlen zur Clankriminalität: Polizei legt Lagebild vor
- MER-Redaktion

- 15. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Berlin - Ein neues, klares Bild zur Clankriminalität: Die Senatsverwaltung für Inneres und Sport und die Polizei Berlin haben das Lagebild Clankriminalität 2025 veröffentlicht. Die Zahlen zeigen, wie groß die Herausforderung für die Sicherheitsbehörden bleibt – und wo Polizei und Verwaltung weiter konsequent ansetzen.
Mit Stand vom 9. Januar 2026 werden in Berlin insgesamt 685 Personen dem Phänomenbereich der Clankriminalität zugerechnet. Im Jahr 2025 registrierte die Polizei in diesem Zusammenhang 952 Straftaten. Als Tatverdächtige wurden 342 Personen erfasst, die dem Phänomenbereich zugerechnet werden.
Wichtig ist dabei: Es handelt sich um polizeiliche Zuordnungen und registrierte Tatverdachtsfälle. Die Unschuldsvermutung gilt.
Rohheitsdelikte, Verkehr, Diebstahl
Die Schwerpunkte der registrierten Straftaten lagen laut Lagebild vor allem bei Rohheitsdelikten, Verkehrsstraftaten und Diebstahlsdelikten. Rohheitsdelikte machten 23 Prozent der erfassten Fälle aus. Verkehrsstraftaten und Diebstahlsdelikte lagen jeweils bei 15,65 Prozent.
Damit zeigt das Lagebild, dass Clankriminalität in Berlin nicht nur mit einzelnen schweren Delikten verbunden ist, sondern sich in unterschiedlichen Kriminalitätsbereichen abbildet.
Für die Sicherheitsbehörden bedeutet das: Die Bekämpfung bleibt breit angelegt – von klassischer Strafverfolgung über Prävention bis hin zu gezielten Kontrollen in besonders relevanten Bereichen.
Zahlen steigen im Vergleich zum Vorjahr
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Personen, die dem Phänomenbereich Clankriminalität zugerechnet werden, um 11 Prozent gestiegen. Auch bei den erfassten Tatverdächtigen und Straftaten verzeichnet das Lagebild Zuwächse: Die Zahl der Tatverdächtigen stieg demnach um 16 Prozent, die Zahl der registrierten Straftaten um 12 Prozent.
Die Entwicklung macht deutlich: Berlin steht bei der Bekämpfung organisierter und strukturell verfestigter Kriminalität weiter vor einer spürbaren Aufgabe. Zugleich zeigt die Veröffentlichung des Lagebildes, dass Polizei und Innenverwaltung die Entwicklung eng erfassen und öffentlich nachvollziehbar machen.
Frühe Intervention bleibt zentral
Zu den zentralen Themen der Bekämpfung des Phänomenbereichs gehörten im Jahr 2025 – wie bereits im Vorjahr – die frühzeitige Intervention, Präventionsmöglichkeiten sowie die Bekämpfung inkriminierter Autovermietungen.
Gerade der Ansatz der frühen Intervention ist für Berlin von besonderer Bedeutung.
Er zielt darauf, kriminelle Strukturen nicht erst dann in den Blick zu nehmen, wenn sie sich weiter verfestigt haben. Prävention, Kontrolle und konsequente Strafverfolgung greifen dabei ineinander.
Auch inkriminierte Autovermietungen bleiben ein Schwerpunkt.
Fahrzeuge spielen in verschiedenen Kriminalitätsfeldern eine Rolle – etwa bei Mobilität, Logistik oder der Verschleierung von Besitzverhältnissen. Dass dieser Bereich erneut ausdrücklich genannt wird, zeigt, wo die Sicherheitsbehörden weiterhin besonderen Handlungsbedarf sehen.
Mehr Transparenz für Berlin
Mit dem Lagebild Clankriminalität 2025 liefert Berlin erneut eine Grundlage für die öffentliche Debatte über Sicherheit, Ordnung und konsequentes staatliches Handeln. Die Zahlen zeigen Probleme klar auf, ohne sie zu beschönigen. Gleichzeitig machen sie sichtbar, dass der Staat den Phänomenbereich systematisch erfasst und bekämpft.
Für die Berlinerinnen und Berliner ist das wichtig: Sicherheitspolitik braucht Transparenz, verlässliche Daten und sichtbare Konsequenz. Das neue Lagebild liefert dafür die aktuelle Grundlage.
Das Lagebild Clankriminalität Berlin 2025 ist online auf der Internetseite der Senatsverwaltung für Inneres und Sport abrufbar.




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