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„Sorry, Söder“: Berlin wächst fünfmal stärker als der Bund

30. Juli
2 Min. Lesezeit

Berlin - Das „B“ in Berlin steht für Boom – zumindest, wenn es nach dem Instagram-Kanal „Ditwirdjut“ geht. Mit einem augenzwinkernden Seitenhieb in Richtung Bayern feiert der Account die aktuellen Wirtschaftszahlen der Hauptstadt.


Doch hinter dem frechen Spruch steckt eine bemerkenswerte Entwicklung: Berlin ist 2025 deutlich stärker gewachsen als Deutschland insgesamt.


Hauptstadt hängt den Bund erneut ab

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt Berlins legte 2025 um 1,1 Prozent zu. Deutschlandweit waren es lediglich 0,2 Prozent. Damit wuchs die Berliner Wirtschaft rechnerisch mehr als fünfmal so stark wie der Bundesdurchschnitt.


Noch deutlicher wird die Stärke im Langzeitvergleich: Bereits zum 13. Mal in Folge entwickelte sich die Berliner Wirtschaft besser als die gesamtdeutsche. Trotz schwacher Konjunktur, internationaler Krisen und gestiegener Kosten bleibt die Hauptstadt damit ein vergleichsweise robuster Wirtschaftsstandort.


Der Instagram-Beitrag bringt die Zahlen plakativ auf den Punkt: „Das B in Berlin steht für Boom der Wirtschaft.“ Dazu heißt es mit Blick auf den bayerischen Ministerpräsidenten: „Sorry @markus.soeder: Nicht Bayern, sondern Berlin!“


Dienstleistungen treiben Berlin an

Getragen wurde die Entwicklung vor allem vom Berliner Dienstleistungssektor.

Die unternehmensnahen Dienstleistungen erzielten 2025 ein Umsatzplus von 4,9 Prozent. Besonders kräftig wuchs der Bereich Information und Kommunikation mit 9,3 Prozent.


Auch das Grundstücks- und Wohnungswesen, wissenschaftliche und freiberufliche Dienstleistungen sowie Verkehr und Logistik legten zu. Gerade die breit aufgestellte Dienstleistungswirtschaft hilft Berlin dabei, Schwächen einzelner Industriebereiche abzufedern.


Der Instagram-Post verweist zusätzlich auf Berlins Attraktivität für Touristinnen und Touristen.

In der aktuellen Konjunkturanalyse der Investitionsbank Berlin stehen allerdings vor allem Dienstleistungen, Digitalisierung, Immobilienwirtschaft und Bau als konkrete Wachstumstreiber im Mittelpunkt.


Millionenförderung stärkt den Standort

Auch der Berliner Senat sieht in der gezielten Wirtschaftsförderung einen wichtigen Faktor. Im vergangenen Jahr wurden rund 222 Millionen Euro aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ ausgezahlt.


Gefördert wurden Unternehmen sowie Projekte der wirtschaftsnahen Infrastruktur – darunter Verkehrsanbindungen für Gewerbegebiete, Innovationszentren, Bildungsangebote und touristische Infrastruktur. Nach Angaben des Senats trugen die Maßnahmen zur Schaffung oder Sicherung von rund 3.567 dauerhaften Arbeitsplätzen bei.


Berlin konnte zudem etwa 51 Millionen Euro zusätzliche Bundesmittel nutzen, die von anderen Ländern nicht abgerufen worden waren. Damit flossen weitere Investitionen in den Wirtschaftsstandort und seine Infrastruktur.


Bauwirtschaft meldet kräftiges Plus

Positive Signale kommen auch vom Berliner Bau. Die Zahl der genehmigten Wohnungen stieg 2025 nach längerer Talfahrt um 40,7 Prozent auf 13.754 Einheiten. Gleichzeitig erhöhten sich die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe um 53,7 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro.


Besonders stark entwickelte sich der Wohnungsbau: Das Auftragsvolumen erreichte 1,5 Milliarden Euro – ein Plus von 85,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.


IBB erwartet weiteres Wachstum

Auch für 2026 rechnet die Investitionsbank Berlin mit einem deutlichen Wirtschaftswachstum. Die aktuelle Prognose liegt bei 1,5 Prozent. Ursprünglich war die IBB von 1,8 Prozent ausgegangen, senkte die Erwartung jedoch wegen neuer Risiken bei Energiepreisen und internationaler Konjunktur.


Damit bleibt der Ausblick positiv – auch wenn der Berliner Arbeitsmarkt derzeit weniger dynamisch ist und die Arbeitslosigkeit weiterhin eine Herausforderung darstellt.

Die wirtschaftliche Basis der Hauptstadt erweist sich dennoch als stabil und widerstandsfähig.


Der selbstbewusste Instagram-Spruch ist also mehr als nur ein Seitenhieb aus der Hauptstadt: Das „B“ steht zwar offiziell weiterhin für Berlin – wirtschaftlich könnte es derzeit aber tatsächlich auch für „besser als der Bund“ stehen.

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