Wenn der Strom ausfällt: Lichtenberg macht die Gesundheitsversorgung krisenfester
- MER-Redaktion

- 12. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Lichtenberg - Was passiert, wenn plötzlich der Strom ausfällt – und Menschen trotzdem dringend medizinische Hilfe brauchen? Genau diese Frage stand jetzt im Rathaus Lichtenberg im Mittelpunkt.
Bei der Veranstaltung „Blackout-Szenarien in der Gesundheitsversorgung: Wenn der Strom ausfällt“ diskutierten Fachleute aus Gesundheitswesen, Verwaltung, Katastrophenschutz und Hilfsorganisationen darüber, wie der Bezirk im Ernstfall handlungsfähig bleibt.
Die Veranstaltung fand am Mittwoch, 3. Juni 2026, von 17 bis 19 Uhr im Rathaus Lichtenberg an der Möllendorffstraße statt. Sie war Teil des Aktionsbündnisses Gesundes Lichtenberg und damit ein weiterer Baustein der bezirklichen Gesundheitsstrategie.
Vorsorge, bevor es ernst wird
Im Mittelpunkt stand ein Szenario, das für viele abstrakt klingt – im Krisenfall aber schnell ganz konkret werden kann: ein länger andauernder Stromausfall. Besonders im Gesundheitsbereich hätte ein solches Ereignis erhebliche Folgen.
Kliniken, Arztpraxen, Apotheken, Pflegeeinrichtungen, Rettungsstrukturen und häusliche Versorgungsangebote müssten auch dann möglichst stabil funktionieren, wenn technische Systeme ausfallen oder Kommunikationswege unterbrochen sind.
Nach Angaben des Bezirksamts kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Krankenhäusern, ambulanter Versorgung, Apotheken, Hilfsorganisationen, Verwaltung und weiteren Einrichtungen des Gesundheitswesens zusammen.
Beteiligt waren unter anderem Akteure aus der Krankenhausversorgung, dem Katastrophenschutz sowie Organisationen wie THW und DRK.
Damit setzt Lichtenberg auf ein Thema, das für eine moderne Großstadt immer wichtiger wird: Vorsorge nicht erst im Krisenmoment, sondern rechtzeitig durch klare Strukturen, verlässliche Kontakte und abgestimmte Abläufe.
Schutz für besonders verletzliche Menschen
Ein besonderer Fokus lag auf vulnerablen Gruppen. Dazu zählen Menschen, die im häuslichen Umfeld auf technische Unterstützung oder regelmäßige medizinische Versorgung angewiesen sind. Genannt wurden etwa beatmete Personen, für die ein Stromausfall besonders schnell lebensgefährlich werden kann.
Gerade hier zeigte die Diskussion, wie entscheidend funktionierende Schnittstellen sind. Gesundheitswesen, Katastrophenschutz, Hilfsorganisationen und Verwaltung müssen wissen, wer im Ernstfall welche Aufgabe übernimmt, welche Informationen benötigt werden und wie Hilfe auch unter schwierigen Bedingungen ankommt.
Anlass für die Veranstaltung waren unter anderem die Erfahrungen aus dem großflächigen Stromausfall im Berliner Südwesten Anfang des Jahres. Dabei sei deutlich geworden, wie wichtig abgestimmte Strukturen zwischen medizinischer Versorgung und Katastrophenschutz seien.
CDU-Stadträtin Gocksch setzt auf stabile Strukturen
Dr. Catrin Gocksch, Bezirksstadträtin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Bürgerdienste (CDU), betonte die langfristige Bedeutung des Themas für den Bezirk: „Die medizinische Versorgung in Lichtenberg langfristig zu sichern, ist mir ein wichtiges Anliegen. Gemeinsam mit vielen Partnerinnen und Partnern aus Gesundheitswesen, Verwaltung und Versorgungseinrichtungen treiben wir den Aufbau zukunftsfähiger Strukturen voran“, sagte Gocksch laut Bezirksamt.
Die Aussage macht deutlich: In Lichtenberg wird Gesundheitsversorgung nicht nur als Alltagsaufgabe verstanden, sondern auch als Frage der Krisenfestigkeit. Der CDU-geführte Bezirk setzt damit auf praktische Vorsorge, Vernetzung und handlungsfähige Strukturen – also auf genau jene Punkte, die im Ernstfall entscheidend sein können.
Workshops statt Theorie
Neben Fachimpulsen standen praxisorientierte Workshops im Mittelpunkt.
Dabei ging es nicht nur um allgemeine Szenarien, sondern um konkrete Fragen: Welche Versorgungseinrichtungen müssen im Krisenfall besonders geschützt werden? Wie können Informationen schnell ausgetauscht werden? Wo braucht es bessere Abstimmung zwischen Verwaltung, Gesundheitsakteuren und Hilfsorganisationen?
Der Austausch sollte helfen, resiliente Versorgungsstrukturen im Bezirk weiter zu stärken. Damit wird aus einem abstrakten Krisenthema eine konkrete Verwaltungs- und Gesundheitsaufgabe.
Lichtenberg bereitet sich vor
Die Veranstaltung ist Teil der Lichtenberger Gesundheitsstrategie zur Sicherung einer wohnortnahen und krisenfesten Gesundheitsversorgung. Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet das: Der Bezirk arbeitet daran, medizinische Hilfe auch dann verlässlicher zu organisieren, wenn äußere Bedingungen schwierig werden.
Gerade in einer wachsenden Stadt wie Berlin ist das mehr als reine Vorsorge. Es geht um Vertrauen, Sicherheit und die Frage, ob Verwaltung, Gesundheitswesen und Hilfsorganisationen im entscheidenden Moment zusammen funktionieren.
Lichtenberg will genau dafür die richtigen Strukturen schaffen.




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