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Bauzäune im Ilse-Kiez: Jetzt wächst der Widerstand gegen die Pläne

10. Aug.
2 Min. Lesezeit

Lichtenberg - Bauzäune mitten im grünen Innenhof: Im Karlshorster Ilse-Kiez sorgt die kurzfristige Absperrung mehrerer Grünflächen für Unruhe.

Eine Bürgerinitiative und die CDU-Abgeordnete Lilia Usik fordern nun mehr Transparenz – und wollen verhindern, dass bei der weiteren Entwicklung des Quartiers Fakten geschaffen werden, bevor offene Fragen geklärt sind.


Seit dem 3. August stehen nach Angaben der Karlshorster Abgeordneten Lilia Usik (CDU) Bauzäune in den grünen Innenhöfen des Ilse-Kiezes. Flächen, die bislang von Kindern, Familien und älteren Menschen genutzt worden seien, seien damit für die Nachbarschaft teilweise nicht mehr zugänglich.


Hintergrund ist die seit Jahren geführte Debatte um eine mögliche Bebauung der Innenhöfe durch die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Howoge.


CDU-Abgeordnete fordert Gespräche mit Mietern

Usik kritisiert vor allem den Zeitpunkt der Absperrungen. Die aufgestellten Zäune könnten bei den Bewohnerinnen und Bewohnern den Eindruck erwecken, die Bebauung sei bereits endgültig beschlossen.


„Die Bauzäune vermitteln den Eindruck, als sei die Bebauung der Innenhöfe längst entschieden. Tatsächlich sind jedoch wichtige politische, planerische und rechtliche Fragen weiterhin offen“, erklärt Usik.


Die Menschen dürften nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Von der Howoge fordert die Abgeordnete deshalb einen direkten Dialog mit den Mieterinnen und Mietern – „offen, transparent und auf Augenhöhe“.


Bebauungsplan soll wieder aufgenommen werden

Brisant ist die Situation auch deshalb, weil die politische und planerische Diskussion offenbar noch nicht abgeschlossen ist.

Nach Angaben in der Pressemitteilung hatte das Bezirksamt im Juli angekündigt, das Bebauungsplanverfahren 11-125 wiederaufzunehmen und mögliche Auswirkungen auf bestehende Baugenehmigungen zu prüfen.


Auch die Bezirksverordnetenversammlung habe das Bezirksamt aufgefordert, notwendige Schritte zum Schutz der grünen Innenhöfe einzuleiten.

Damit prallen im Ilse-Kiez zwei wichtige Ziele der Berliner Stadtentwicklung aufeinander: dringend benötigter Wohnungsbau auf der einen Seite und der Schutz gewachsener Grün- und Aufenthaltsflächen auf der anderen.


Bürgerinitiative kämpft seit 2017 für die Höfe

Die Bürgerinitiative „Rettet den Ilse-Kiez“ engagiert sich nach eigenen Angaben bereits seit 2017 für den Erhalt der Innenhöfe.

Dietmar Stengel von der Initiative sieht in den Bauzäunen ein problematisches Signal.

„Zuerst müssen die offenen Fragen geklärt und gemeinsam tragfähige Lösungen erarbeitet werden“, erklärt Stengel.


Wenn während dieser Klärung bereits Bauzäune aufgestellt würden, entstehe in der Nachbarschaft zwangsläufig die Frage, was dort vorbereitet werden solle.

Die Initiative fordert dabei nach eigenen Angaben keinen vollständigen Verzicht auf zusätzlichen Wohnraum.


Neue Wohnungen – aber nicht unbedingt im Innenhof?

Gemeinsam mit politischen Unterstützern habe die Bürgerinitiative wiederholt alternative Möglichkeiten für zusätzlichen Wohnungsbau vorgeschlagen. Genannt werden unter anderem eine Bebauung an den Rändern des Quartiers sowie Aufstockungen bestehender Gebäude.

Damit könnte aus Sicht der Initiative neuer Wohnraum entstehen, ohne die begrünten Innenbereiche vollständig aufzugeben.


Gerade diese Suche nach einem Kompromiss dürfte nun entscheidend werden: Berlin braucht neue Wohnungen – zugleich gewinnen begrünte Innenhöfe angesichts heißer Sommer und dichter Bebauung als Aufenthalts- und Erholungsflächen an Bedeutung.


Usik stellt sich hinter die Nachbarschaft

Für Lilia Usik ist deshalb klar, dass die Bewohnerinnen und Bewohner bei den weiteren Entscheidungen stärker eingebunden werden müssten.

„Wir als CDU stehen weiterhin ganz fest an der Seite der Nachbarschaft im Ilse-Kiez“, erklärt die Karlshorster Abgeordnete.


Ob und in welcher Form auf den betroffenen Flächen tatsächlich gebaut wird, ist nach der vorliegenden Pressemitteilung weiterhin Gegenstand politischer und planerischer Auseinandersetzungen.

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